Mallorca 2003

Das warten

Seit 5 Monaten von vielen sehnsüchtig erwartet, ist es am 7.März 2003 endlich soweit. Mallorca 2003 das Trainingslager beginnt. 21 Mitglieder von forice 89 fliegen nach Mallorca.

Die Erwartungen sind geteilt:

mallorca2003 01-- Habe ich mich gut vorbereitet?
-- Wie fit sind die anderen?
-- Bin ich an der in Deutschland herrschenden Grippewelle vorbeigekommen?
-- Komme ich gesund zurück?

Leider zeigte es sich, dass speziell die Grippewelle in Deutschland auch an uns nicht vorüberging. Während der ersten Woche haben einige einen größeren Verbrauch an Hustensaft und Paracetamol als an isotonischen Getränken und Müsliriegel. Da die auch andere Radsportgruppen betrifft kann man nur sagen "Geteiltes Leid ist halbes Leid"

 

1.Tag - Einrollen (93km)
Halbwegs gesund und munter treffen die ersten 14 Mitglieder um 9:00 in Palma ein. 8°C, nun das sieht nicht so toll aus, aber immerhin strahlend blauer Himmel.
Warum auch immer, wir müssen fast 1 Stunde warten bis wir endlich unser Gepäck und die Räder erhalten.
Schnell raus aus dem Flughafen und Wolfgang gesucht. Auch er wartet schon einige Zeit. Die Räder sind bald auf dem LKW verstaut, und nach 2 Fahrten von Wolfgang sind alle im Hotel angekommen. Die Zimmer werden belegt, und die Räder sind in Windeseile montiert. Alle sind heiß auf einen ersten Roller durch den Mallorcinischen Frühling
Um 13:00 Uhr ist es soweit, die erste Runde ist wie in jedem Jahr
Vorbei am Delta-Glashaus-Estaniol-Sa Raptita und über Llucmajor zurück ins Hotel 93km (Nicht schlecht für den Nachmittag) Das Gebrummel im Peleton "Wann machen wir Pause" wurde wohl durch das Surren der Freiläufe übertönt.

Am Abend werden die Teller beladen, dass einem Angst und Bange werden konnte. Was haben die den alle noch vor?

mallorca2003 022. Tag - Cala Figuera - Sturz (134km)

Ses Salines - Santany - Cala Figuera - Felanitx- Porreres - Llucmajor - Palma.
Mit leichtem Rückenwind fahren wir Richtung Cala Figurera. Kurz vor Ses Salines hören wir das schmirgeln von Metall auf dem Asphalt.
Sturz, hoffentlich ist nicht passiert. Im ersten Moment sieht es recht schlimm aus, Blut an den Armen und Beinen, ein blutender Finger. Eine kurze Unaufmerksamkeit und ein auffahren auf den Vordermann waren die Ursache. Gott sei Dank ist der optische Eindruck schlimmer als die Realität. Die Schürfwunden werden verheilen, die Prellung wird allerdings für einige unruhige Nächte sorgen.

Bei der Rückfahrt von Cala Figuera machen wir eine "kleine Schleife" über Felanitx, Porreres und Llucmajor nach Palma. Schließlich müssen wir ja auf unsere Kilometer kommen

3. Tag - Flachetappe - Rechts rum (152 Km)

Lluc - Monturi - Petra- Felanitx - Santany - Ses Salines - Palma
Der Zweite Teil unserer Truppe ist gestern eingetroffen, Somit ist die Truppe komplett und wir starten mit voller Besetzung am Hotel wie immer um 10:00 Uhr.
Nachdem wir bislang immer über einen unangenehmen Gegenwind zu klagen hatten fahren wir heute unsere Schleife in Entgegengesetzter Richtung.

Das kleine Kettenblatt wird aufgelegt, und so kurbeln wir die ersten 90 Km bis Santany. Nach einer kurzen Pause und mehreren Kaffees fahren wir über Ses Salines, Port des Champs, Campos, Sa Rapita und Llucmajor zurück nach Palma. Eine im großen und ganzen recht unspektakuläre Etappe.

4. Tag - Flachetappe - Links rum (152Km)

Ses Salines - Santany - Porto Colum - Felanitx - Porreres - Llucmajor - Palma
Nachdem die ganzen Tage vorher immer nur auf dem kleinen Kettenblatt gefahren wurde, sind heute die ersten Intervalle mit der "Dicken Berta" angesagt. Nach einer Aufwärmphase geht es ab Glashaus zur Sache. 5Km großes Blatt und anschließendes auflockern.

Was am Anfang noch recht locker anfing wird wegen des starken Gegenwindes immer anstrengender, zumal ab Santany das Gelände immer welliger zu werden beginnt. Nach einer Pause in Porto Colum geht es im gleichen Rhythmus über Felanitx, Porreres nach Llucmajor.

Hier sind die ersten Verluste zu beklagen. Nachdem sich auf der Abfahrt vom Puig ses Rocha die Truppe wieder gesammelt hat geht es in moderatem Tempo auf einer kleinen Schleife durch flaches Gelände zurück ins Hotel.

5. Tag - Ruhetag - Tu was Du willst (0 - 120 km)

mallorca2003 03So richtig geht heute nichts zusammen, jeder tut das was er will, bzw. fährt wohin er will. Trotzdem werden am Abend Strecken von bis zu 120 Km in Trainingsheft eingetragen.

6. Tag - Bei Sieglinde - Das Leiden des Harry B. (151 Km)

Llucmajor - Porreres - Felanitx - Calas de Mallorca - Calonge - Alqueria - Sanatany - Ses Salines - Port des Champs - Campos - Küste - Hotel
Heute ist ein Besuch bei Sieglinde Bauer in Calas des Mallorca angesagt.

Der Gesundheitszustand der Truppe hat sich soweit gebessert, dass heute alle um 10:00 auf dem Parkplatz versammelt sind, als wir abfahren. Nachdem wir den Delta Berg hochgefahren sind beschließen wir in 2 Gruppen die weiterfahrt über Lluc, Porreres, Felanitx nach Calas de Mallorca. Dort werden wir von Sieglinde mit Kaffee und Mallorcinischem Kuchen verwöhnt. Nachdem die zweite Gruppe ebenfalls eingetroffen ist, bricht Gruppe 1 auf um auf einer etwas ausladenden Schleife ins Hotel zurückzufahren. Ein anderer Teil besichtigt Die Orangenplantagen von Karl-Heinz, und kehrt mit gefüllter Trikottasche und ebenso gefülltem Bauch zurück ins Hotel. Einige Mitfahrer beklagen an diesem Abend über erhebliche Beschwerden in den Beinen. (Wer nicht trainiert zur Winterzeit, dem Schmerzt das Bein zur Frühjahrszeit)

7. Tag - Orient - Frauenpower (146 Km)

Sa Cabanetta - Bunjola - Orient - Binisalem - Senchelles - Binali - Algaida - Lluc - Hotel
Heute geht's zum ersten Mal in die Berge. Das Wetter passt die Stimmung ist gut und wir brechen zusammen mit einigen Radlern aus Altensteig zur ersten Bergetappe auf. Bei der Anfahrt nach Bunjola müssen wir über den von allen geliebten Hügel von Sa Cabanetta. Eigentlich ist dieser weder besonders lang, noch besonders steil, aber auf Grund des eigenartigen Profils wird er von niemanden geliebt. Weiter geht es über Santa Maria nach Bunjola. Dabei fällt auf, dass unsere Damen das Tempo immer weiter erhöhen. Was soll das, denkt sich da so mancher und lässt den Mädels freien Lauf.

In Bunjola geht es am Marktplatz scharf rechts ab Richtung Orient.
Die Mädels gehen aus dem Sattel und erhöhen das Tempo erneut. Die ersten Männer fallen zurück, die Damen hämmern weiter den Berg hinauf. Mein Gott was hatten denn die im Kaffee?. Nach ca. 8 Km Bergfahrt kommen wir oben an. Und die Truppe hat es ziemlich auseinander gezogen. Nachdem wir uns alle gesammelt haben fahren wir in geschlossener Gruppe bis Binisalem wo wir uns einige Kaffees gönnen und den sonnigen Tag genießen.

Nach der Pause, geht es so weiter wie es begonnen hat. Ein kurzes einrollen und das Tempo wird erhöht. Kurz vor Algaida beschließen einige die Hatz nicht mehr mitzumachen und bilden eine 2te Gruppe.
Die anderen fahren weiter bis zum Glashaus und zurück zum Hotel.

8. Tag - Zur Landesmitte - Karottenkuchen (137 Km)

Lluc - Villafranca - Porreres - Petra - Sineu - Lloret - Pina - Algaida - Küste - Hotel
2 Gruppen fahren heute am Hotel ab. Gruppe 2 fährt über Valdemossa und Soller. Die andere Gruppe beschließt eine Tour in das Landesinnere.
Von Lluc über Porreres fahren wir auf einer wunderbar neu asphaltierten Strasse nach Villafranca. Von dort weiter über Petra Richtung Sineu.
In Sineu angekommen machen wir direkt an der Hauptstrasse Rast an einer alten Mühle.
Wir genießen den Sonnenschein an diesem Windstillem Ort und schlemmen den leckeren Karottenkuchen welcher dort verkauft wird. Man kann allen nur empfehlen dort eine Pause einzulegen.
Über Lloret und Pina fahren wir nach Algaida um von dort weiter an der Küste entlang ins Hotel zu gelangen.

9. Tag - Küstenstrasse - Sightseeing (156 km)

Sa Cabanetta - Santa Maria - Esporles - Pugpunyent - Galilea - Andratx - Banyalbufar - Esporles - Valdemossa - Santa Maria - Hotel
Die heutige Etappe ist wohl eine der Schönsten Touren welche man fahren kann. Nichts desto trotz ist Sie wohl auch eine der schwierigsten.
2100 Höhenmeter stehen auf dem Programm, davon sind mindestens 80 km ständiges Bergauf Bergab. Nachdem wir Esporles erreicht haben geht es weiter über bewaldete Hügel nach Pugpunyent, Galilea bis nach Andratx, eine wunderschöne und ruhige Strecke auf der und bis Andratx nur 1 Auto begegnen sollte.

mallorca2003 04Kurz vor Andratx fahren wir rechts über den Col de Sa Cremola bis Estellencs und weiter nach Banyalbufar. Mittlerweile sind die ersten Klagen über schwere Beine zu hören, aber was soll's, es gibt keine Abkürzung und jeder muss da durch.

Nach einem Anstieg Richtung Esporles biegen wir kurz vor Esporles links ab und fahren über den Col de Clarret nach Valdemossa.
Die Abfahrt von Valdemossa entschädigt für all die Plagen bei den Vorhergegangenen Anstiegen an der Küstenstrasse. Nach einer rasanten Abfahrt erreichen wir Santa Maria, und fahren von dort über Sa Cabanetta zurück ins Hotel.

10. Tag - Sineu - Eiskalter Gegenwind - Sturz -

Seniorentour (141 Km)
Kasernenberg - Senchelles - Costitx - Sineu - Felanitx - Santany - Ses Salines Küste - Hotel
Eigentlich war heute wieder eine Ruhetag eingeplant, aber der strahlend blaue Himmel hat viele davon abgehalten das Rad im Keller zu lassen.

In drei Gruppen verlassen wir um 10 Uhr das Hotel.

Rainer fährt mit unseren 60-Jährigen eine "entschärfte Version" der Küstenetappe welche wir am Vortag gefahren sind. Über die während dieser Tour abgegebenen Kommentare wollen wir uns an dieser Stelle nicht weiter auslassen. Am Abend zollen wir den "Alten Herren" unsren Respekt, denn 135 Km und über 1500 Hm ist eine beachtliche Leistung zumal wir ja erst am Anfang der Saison stehen.

Eine weitere Gruppe beschließt eine Gemütliche Tour, leider gab es bei dieser Gruppe einen schweren Sturz. Auch hier war das auffahren auf den Vordermann die Ursache. Wolfgang, unser Hotelfahrer, musste den Unglücksraben in der Nähe von Estanyol abholen und zum Röntgen ins Krankenhaus bringen. Gott sei Dank ist auch dieser Sturz recht glimpflich verlaufen. Ein zuerst vermuteter Beckenbruch stellte sich dann doch als Prellung heraus. Nicht desto Trotz der Schmerz ist erheblich und wird wohl noch einige Wochen zu spüren sein. Die beiden gebrochenen Speichen sind ebenfalls zu verschmerzen.

Die dritte Gruppe fuhr eine relativ unspektakuläre Tour mit einem Eiskalten Gegenwind Richtung Landesmitte. In Sineu wurde ein Päuschen eingelegt und es gab ....... richtig den leckeren Karottenkuchen. Anschließend wurden noch ca. 90 Km angehängt um nach ca. 144 km herrlichen Grundlagentrainings das Hotel zu erreichen.

11. Tag - Kloster Lluc (173km)

Algaida - Senchelles - Inca - Kloster Lluc - Pollenca - Sa Pobla - Llubi - Sineu - Lloret - Pina - Algaida - Hotel
Eigentlich war heute Cap Formentor angesagt, aber Verzögerungen beim anberaumten Phototermin verschoben die Abfahrt so lange, dass beschlossen wurde eine Alternative über Kloster Lluc zu fahren. Nachdem wir einen Teil unserer Mitfahrer, welche nur 10 Tage Aufenthalt gebucht hatten verabschiedet hatten fuhren wir Richtung Inca los.

Irgendwie war auf den ersten 50 Km die Luft raus, denn wir erreichten ziemlich lustlos Inca. Erst nach Inca kamen wir in Tritt und fuhren auf der neu asphaltierten Strasse Richtung Kloster Lluc. Jeder der den alten Anstieg auf der mit Schlaglöchern übersäten Strasse kannte wird unsre Begeisterung über den neuen Straßenbelag teilen.

Entlang der Küste fuhren wir Richtung Pollenca vorbei an riesigen Artischockenplantagen nach Sa Pobla. Über Llubi, Sineu (kein Kuchen) weiter nach Lloret und Pina erreichten wir nach einer flotten Fahrt unser Hotel. Nach der Anfänglichen Lustlosigkeit hätte niemand gedacht dass wir an diesem Tag noch 173Km zusammenbringen.

12. Tag - SÓller - Ein letztes Mal in die Berge(141 km)

Sa Cabanetta - Santa Maria - Valdemossa - Soller - Santa Maria - Senchelles - Algaida - Hotel
Die letzte Bergetappe stand auf dem Programm. Nachdem wir all die Jahre zuvor Soller immer wieder über Bunyola angefahren hatten, wählten wir dieses Jahr die Alternative über Valdemossa. Über Sa Cabanetta und Santa Maria erreichten wir nach unspektakulärer Fahrt Valdemossa. Von dort fuhren wir entlang der Küste durch den Künstlerort Deja nach Port de Soller. Wir überfuhren die 34 Abgefrästen Kurven des Coll de Soller und es ging weiter nach Santa Maria, um über Senchelles und Algaida nach ca. 142 Km das Hotel zu erreichen.

13. Tag - Petra - Die Luft ist raus (132 km)

Lluc - Felanitx - Petra - Sineu - Lloret - Pina - Algaida - Hotel
So langsam spüren wir die vergangenen 2 Wochen. Ich weis kaum noch wie ich sitzen soll. Der allerwerteste tut weh. Die Beine sind Müde

Nachdem wir Petra bislang immer nur durchfahren haben beschließen wir heute in Petra Rast zu machen. Die komplette Truppe fährt gemütlich (G1) nach Petra. Auf der Rückfahrt von Petra sind einige Konditionelle Verluste zu beklagen, ist aber weiters kein Problem, nach 132 Km erreichen wir in 2 Gruppen das Hotel.

14. Tag - Abschlussfahrt (80 km)
Das war's wohl wieder.
Nach einer Tour entlang der Südküste beschließen wir in einem Windstillen Kaffee 20 Km vor unserem Hotel die diesjährige Mallorca Reise.

Fast alle sind zufrieden.

Außer 2 Stürzen welche ohne größeren Verletzungen vorüber gingen.

Hatten wir:

....4 gebrochene Speichen
....9 Platte Reifen
....21 Platte Teilnehmer
....Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad
....Nie Regen
....Viel Wind
....Km Leistungen zwischen 1100 und 1900 Km
....Viel Spaß

15. Tag - Abreise
Um 13:30 fuhren wir zum Flughafen und erreichten gegen 19:30 gesund und munter München.